Der Salbei gehört zur Familie der Lippenblütler und ist einer der klassischen Helfer in der Erkältungszeit. Sein lateinischer Name „salvia“ leitet sich von „salvare“ ab und bedeutet so viel wie „retten“, „heilen“ oder „gesund sein“. Eine alte Weisheit besagt demnach, der Salbei könne den Menschen von jeder Krankheit befreien – so viel hat man ihm früher zugetraut. Er kommt aus dem mediterranen Raum, wächst aber auch bei uns mehrjährig – bevorzugt an sonnigen und trockenen Stellen im Garten.
Tatsächlich ist der Salbei eine sehr vielseitige Pflanze, die in der Naturapotheke bis heute noch Anwendung findet und einen wichtigen Platz einnimmt. Er hat entzündungshemmende ,desinfizierende, wundheilende und krampflösende Eigenschaften. Durch seine antivirale und antibakterielle Wirkung kommt er gern in der Erkältungszeit zum Einsatz, zum Beispiel bei Entzündungen im Mund und Rachen Raum. Hier eignet er sich als leichter Aufguss mit kurzer Ziehzeit als Tee, oder als stärkerer Auszug mit längerer Ziehzeit zum Gurgeln. Lässt man den Salbei Tee länger ziehen, sollte man ihn nicht mehr trinken, denn die enthaltenen Gerbstoffe sind hier intensiver gelöst und können den Magen reizen.
Durch seine Gerbstoffe wirkt er wundheilend, zusammenziehen, blutungsstillend und kann auch bei Durchfall hilfreich sein. Seine Bitterstoffe regen die Verdauung an, was ihn zu einem beliebten Gewürz in der Küche macht. Der Salbei hat außerdem magenstärkende Eigenschaften, kann menstruationsregulierend wirken und Menstruationskrämpfe reduzieren.
Darüber hinaus ist Salbei durch seine hemmenden Eigenschaften auf die Milchbildung ein alter Geheimtipp, wenn eine Mutter das Abstillen unterstützen möchte. In der Stillzeit sollte man deshalb vorsichtig sein, und auch in der Schwangerschaft sollte man den Salbei wenn dann vorsichtig dosieren, denn er kann die Tätigkeit der Gebärmutter anregen und Kontraktionen auslösen.
Weiters kann Salbei bei übermäßigem Schwitzen entgegenwirken und ist eine wunderbare Räucherpflanze.

Salbei Tinktur
Du brauchst:
- frische oder getrocknete Salbeiblätter
- ein Schraubglas
- Alkohol mit 35-40 Vol %
Zerkleinere die Salbeiblätter und fülle sie in dein Glas. Je kleiner du sie schneidest, desto besser lösen sich die Inhaltsstoffe, weil die Zellwände gut aufgebrochen werden. Das Glas sollte zu ca. 2/3 mit frischem Salbei gefüllt werden. Bei getrockneten Salbeiblättern reicht es, das Glas zur Hälfte zu füllen. Danach gießt du mit dem Alkohol auf und verschließt das Glas.
Deine Tinktur darf nun für 6-8 Wochen an einem schattigen Ort ziehen. Schüttle sie regelmäßig, damit sich die Inhaltsstoffe optimal lösen. Danach kannst du die Tinktur durch ein Sieb filtern. Drücke die Kräuter gut aus und lagere deine Tinktur an einem dunklen Ort.
Ich verwende die Tinktur gerne bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Dafür gebe ich einige Tropfen in ein Glas Wasser und verwende diese verdünnte Lösung zum Gurgeln.