Kräuter richtig trocknen

Zwischen der Sommersonnenwende und Mitte September ist die richtige Zeit, um Kräuter zu sammeln und für den Winter zu trocknen oder zu verarbeiten. Die Hochsaison des Kräutersammelns ist der sogenannte „Frauendreißiger“ – also die 30 Tage zwischen dem 15. August (dem Höhepunkt des Kräuterjahres) und dem 15. September. Viele Kräuter stehen zu dieser Zeit in voller Blüte und eignen sich für die Ernte.

Aber auch schon ab der Sommersonnenwende Ende Juni kann man beginnen, sich einen Kräutervorrat anzulegen. Zu dieser Zeit blühen die Sonnwendkräuter wie Johanniskraut, Holunder, Ringelblume, Linde und viele mehr. Und wie trocknet man die Kräuter nun richtig?

Kräuter trocknen – luftig und warm

Am einfachsten ist es, aus den Kräutern kleine Sträuße zu binden und sie kopfüber an einem warmen, trockenen, luftigen Ort aufzuhängen. Man kann diese Sträuße in alter Kräuterhexenmanier einfach von alltäglichen Einrichtungsgegenständen wie z.B. Garderobe oder diverse Haken und Stangen hängen lassen. Oder man bastelt sich eine Trockenvorrichtung aus Schwemmholz, an die man die Kräutersträuße hängen kann. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Nicht alle Kräuter eignen sich jedoch für die Sträußchen Variante, denn dabei ziehen sich viele Inhaltsstoffe mit dem Pflanzensaft in die Stängel zurück. Wenn ihr später nicht die ganze Pflanze verwenden möchtet, sondern nur Blätter und Blüten, empfiehlt es sich, auch nur diese Teile zu trocknen. So zupfe ich z.B. täglich ein paar Blüten von Nachtkerze, Malve und Königskerze ab und trockne sie einzeln für meine Hustenteemischung. Auch bei Salbe, Minze und Melisse trenne ich die Blätter von den Stängeln. Zum Trocknen nutze ich hier ein Kräuternetz, das ich online gefunden habe. Auf den Netzböden liegen die Pflanzenteile schön luftig und können gleichmäßig trocknen.

Trockengestell Kräuternetz

Der richtige Zeitpunkt zum Sammeln

Kräuter zur Weiterverarbeitung sollten generell nie an einem Regentag gesammelt werden. Scheint die Sonne, macht ihr euch am Besten um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag auf den Weg, denn dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Sammelt immer nur Kräuter, die ihr sicher bestimmt habt und immer nur so viel, wie ihr wirklich braucht und frisch verarbeiten könnt.

Wie lange müssen Kräuter trocknen?

Als Faustregel gilt hier: die Kräuter sollten „rascheltrocken“ sein. Einfach mal mit der Hand durchfahren. Wenn sie rascheln – und das ist in der Regel nach 2-3 Wochen der Fall – könnt ihr sie in luftdichte Glasgefäße oder Papiertüten füllen und dunkel lagern. Um den Gehalt der Inhaltsstoffe am höchsten zu halten, zerkleinere ich die getrockneten Kräuter erst direkt vor der Anwendung (z.B. für Tee oder zum Würzen). Dann brechen die Zellwände frisch auf und die Kräuter können ihre volle Wirkung entfalten.

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